7
Okt
2007

Rokoko-Traum

Passage aus einem Morgentraum, der in verschiedenen Räumen einer barocken Schlossanlage spielt:

[..]

Ein kleiner Bereich von einigen Zimmern gehört meiner Frau und ist in einer türkisblau-verspielten, rüschigen Weise 'französisch' dekoriert. Dieser Bereich hat einen eigenen Vorraum mit einer Türe nach draußen vors Schloss.

Ich verlasse diesen Bereich. Auf dem Weg durch einen Seitenflügel des Gebäudes bewegen wir uns durch den ersten oder zweiten Oberstock (Wer begleitet mich? Meine kleine Tochter?), alles ist im Rohbau, wird gerade restauriert (Nach dem Krieg? Nach einer langen Zeit des ungenutzten Brachliegens?). Die Räume sind leer, die Wände kahl, die wenigen Möbel z.B. Bänke unter den Fenstern sind in Folie eingepackt, um sie gegen den Baustaub zu schützen. Mir fällt im Zurückdenken [noch im Traum] auf, dass das eben neu war: Dieser eigene Ausgang in den Räumen meiner Frau. Das finde ich gut so. Ein Bild für die neuen Verhältnisse.

Wir kommen durch den Mittelrisaliten des Seitenflügels, der im Traum identisch mit der Dresdner Frauenkirche ist. Die Handwerker ersetzen gerade die zerstörten Fenstergläser.
[..]
Wir sind jetzt auf dem Dach des Risaliten und gehen durch Bauschutt. Auf dem Boden liegt ein ca. 1m x 40cm großes Glas-Bruchstück. Sparsam geschmückt mit roten Farbfeldern (Hinterglas in einer ganz besonderen Technik aufgebracht), milchig hellen Gravuren und geschwungener Rankenmalerei in Grün (Aufglas). Das Glas ist kein Original, es war im Lauf der Restaurierungsarbeiten angefertigt und schon einmal eingesetzt worden, so weiß ich im Traum, aber vor kurzer Zeit wurde durch einen Unfall oder eine Katastrophe vieles noch einmal zerstört.

Ich überlege, ob es in Ordnung ist, dieses Bruchstück mitzunehmen, denn ich möchte es gerne für meine eigenen Räume verwenden, oder als Vorlage für eine eigene Glasarbeit. Ich entscheide mich dagegen, bücke mich aber doch interessiert, um mir die Machart genauer anzusehen. Da kommt ein italienischer Kunsthandwerker, hockt sich dazu und gibt gerne Auskunft. Das Rot auf der Unterseite des Glases sei 'Rokokorot'.

[Ende des Traums]

-

Während ich diese Traumstücke notiere, fällt mir auf, wie ähnlich das Glas im Traum der kleinen Glasscherbe ist, die ich hier für twoday als Logo gescannt habe. Verrückt! Und wie gut viele Details zu meiner gefühlten Lebenssituation passen.

Steht die barocke Schlossanlage für Würzburg und die Liebesbeziehung dort, aus der leider nichts wurde? Steht das Motiv 'Frauen[!]kirche' für Geistiges/Spirituelles, ohne das ich mir keine Beziehung vorstellen kann, und für eben eine solche auch auf den tieferen Ebenen erfüllende Beziehung? Stehen die kahlen Flure für einen Aspekt meines eigenen Inneren in meiner derzeitigen Situation oder in meiner - abgeschlossenen - Ehe überhaupt?

-

Nachtrag am 9.10.07

Und wie das passt: Die nach der Restaurierung noch einmal zerstörte 'Frauenkirche in W.' ist die Beziehung in W. (die T. und ich nach vielen Jahren ohne jeden Kontakt wieder aufgenommen, d.h. sozusagen restauriert hatten). Und auch 'Kirche' passt, denn ich hatte darauf alle meine Hoffnung auf ein noch einmal gelingendes Leben gesetzt. Der Traum zeigt mir, wie sehr mich das noch beschäftigt, wie sehr ich um das noch trauere.

Rubriken bereinigen II

Sehr schön: Jetzt ist die Rubrik 'Weise Worte' endlich verschwunden. Das fand ich als Titel schon von Anfang an bescheuert. Der bisherige dortige Eintrag ist im 'Zettelkasten' aufgegangen, der zweite (potentielle) Eintrag brachte mich eben auf die Rubriken-Idee 'Die Weisheit des Körpers'.

Viel besser!

Das eigene Maß

War eben das zweite Mal laufen nach einer kleinen Erkältungspause.

Über eine Waldschranke ein paar Hürdensprünge hin und her, bis auch der Absprung mit rechts wieder fluppt:

waldschranke

Am Ende, vor der steilsten Bergstrecke, schon ziemlich ausgepowert, dachte ich unten schon: Das gehen wir jetzt langsam an und bis oben durchlaufen muss ja auch nicht sein.

Na, wie's manchmal so kommt: Mittendrin überhole ich drei SpaziergängerInnen (davon eine aus der Flirt-Zielgruppe) und in einem Automatismus von Dummheit (der Mann als solcher ist ja ein Gockel) gibt man dann doch den hart trainierenden Sportler und läuft flott bis obenhin. Vom Tale herauf sind dann zwar bewundernde Dialogfetzen zwischen den Jungfichten zu hören, aber man selber steht oben hinter der Wegbiegung und ist am Japsen. Was an diesem Berg zwar normal ist - aber auf der Reststrecke merke ich, dass das jetzt genau 50 Meter Sprint zu viel waren. Schön blöd.

Das läßt sich nun auf alles Mögliche übertragen: Achte besser darauf, was für Dich selber stimmt und weniger auf die (manchmal meist eh nur gedachten) Zuschauer.

257 Seiten durch, jep!

Ich beginne den Tag* seit einiger Zeit mit einer halben Stunde Hardcore-Philosophietext (falls zeitlich möglich). Mit Kaffee, Textmarker, Bleistift. Mein Kopf-Yoga am Morgen. Wer beruflich mit Sprache, Gedanken, Differenzierungen, Argumentationsverläufen etc. arbeitet, der tut gut daran, sich so gelenkig und so gut in Form zu halten wie irgend möglich.

Außerdem liebe ich das.

Außerdem trägt das zu meinem Wohlbefinden und zu meiner emotionalen Stabilisierung bei, und zwar in hohem Maße.

Heute bin ich mit meinem ersten 'Morgenbuch' durch:

Husserl_Titel_LU_I

Ab morgen früh dann Band 2, 1. Teil: 'Untersuchungen zur Phänomenologie und Theorie der Erkenntnis'.

-

*) wenn ich den Tag allein beginne. Varianten sind durchaus denkbar. Und könnten zu meinem Wohlbefinden und meiner emotionalen Stabilisierung durchaus ebenfalls beitragen ... hm ... Sollte ich darüber mal nachdenken?

Marketing-Prozesskette, lower end

Die ältere Tochter ist seit neuestem - durchaus löblich - im wilden Gelände des Erwerbslebens unterwegs. Und zwar Samstags, in der Funktion einer Werbezettel-Austrägerin. Normalerweise.

Nicht diesen Samstag. Denn da ist sie mit ihrer Mutter im Wellness-Wochenende, na klasse, und (Telefonanruf kurz vor knapp:) ob ich nicht... und nur ausnahmsweise... *flöt* ... und ... *säusel* wär echt superlieb ... *klimper* ...

Hrmpf. First and last time:

werbung_6in1
6 x 300 Exemplare, 35 Minuten Sortieren, ca. 2 Stunden Austragen.

Das war dann - zusammen mit der jüngeren Tochter, der Süßen - sogar ganz nett, und ich konnte Interessantes aus meiner Zeit als studierender Zeitungsbote in Berlin erzählen. Z.B. Tricks, wie man die Tasche gut packt oder das so-und-so gefaltete Material am geschicktesten in den Briefkasten steckt.
Das Ganze garniert mit kleinen Flow-Erlebnissen, wenn das gut gegriffene Prospektbündel - Flupp! - ohne jedes Hakeln in den Schlitz rutscht oder - Zack! - genau richtig in der Rolle steckt. Gelernt ist gelernt.

Trotzdem Hrmpf.

-

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