Gesundheit und Wohlstand
Die jüngere Tochter wird ist 12. Familienkaffee mit (meinen) Eltern und (Ex-)Schwiegereltern. Schwaben par excellence. Die Tochter hat sich über die Geschenke gefreut und hatte (gemessen an den familiären Umständen) einen wirklich netten Nachmittag. Das ist die Hauptsache und Punkt. Man kann sich dann ja erholen.
Nun ins Anekdotische. Die Tochter (vielleicht im unbewussten Bemühen um wenigstens gesungene Harmonien?) wünscht sich ein Geburtstagslied. Kanon. Kein Problem. Wozu war man Sopran im Schulchor? 'Värzwaiflung, Wuut u-hund Schrä-ä-kän begleiten ihren Sturrrz ...' (Haydn, Schöpfung - aber das ist eine andere Geschichte).
Wir singen also, die kleine Jubilarin in der Mitte, das hierzu wohl gebräuliche Stücklein:
'Viel Glück und viel Segen
auf all Deinen Wegen,
Gesundheit und Wohlstand
sei'n auch mit dabei!'
Erst im Nachklang und schon in der nächsten Zeile stolpere ich über das Wort 'Wohlstand', denn eigentlich heißt das ja doch wohl 'Freude' oder 'Frohsinn' oder so ähnlich; hat sich in einer hellen Stunde der Selbstironie aber wohl einmal eingeschlichen bei einem ähnlichen Fest und ward nun an diesem Nachmittag ganz selbstverständlich (und ohne Zeichen ironischen Bewusstseins) gesungen, als sei es eben der richtige Text.
Das hatte in Gegenwart dieser in Berlin geborenen und hochdeutsch sprechenden 12jährigen schon etwas von Realsatire, das ich hier leider nicht angemessen in Worte fassen kann.
Nun ins Anekdotische. Die Tochter (vielleicht im unbewussten Bemühen um wenigstens gesungene Harmonien?) wünscht sich ein Geburtstagslied. Kanon. Kein Problem. Wozu war man Sopran im Schulchor? 'Värzwaiflung, Wuut u-hund Schrä-ä-kän begleiten ihren Sturrrz ...' (Haydn, Schöpfung - aber das ist eine andere Geschichte).
Wir singen also, die kleine Jubilarin in der Mitte, das hierzu wohl gebräuliche Stücklein:
'Viel Glück und viel Segen
auf all Deinen Wegen,
Gesundheit und Wohlstand
sei'n auch mit dabei!'
Erst im Nachklang und schon in der nächsten Zeile stolpere ich über das Wort 'Wohlstand', denn eigentlich heißt das ja doch wohl 'Freude' oder 'Frohsinn' oder so ähnlich; hat sich in einer hellen Stunde der Selbstironie aber wohl einmal eingeschlichen bei einem ähnlichen Fest und ward nun an diesem Nachmittag ganz selbstverständlich (und ohne Zeichen ironischen Bewusstseins) gesungen, als sei es eben der richtige Text.
Das hatte in Gegenwart dieser in Berlin geborenen und hochdeutsch sprechenden 12jährigen schon etwas von Realsatire, das ich hier leider nicht angemessen in Worte fassen kann.
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