Ein Traum, aus dem ich mit einem tiefen Genuss- und Heilungsgefühl aufwache:
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'Mein' Kloster in W., in dem ich damals einige intensive Monate verbracht habe. Mit meinem schwarzen Reise-Seesack bin ich dort in der dämmrigen bis dunklen Stadt unterwegs und schlafe unter einem (laublosen) Baum auf einer Art Bahnhofsvorplatz. Das Kloster liegt im Traum an diesem großen Platz, auf der anderen Seite. Wie ein zerklüfteter Berggipfel* ragt das vielfach verwinkelte und gestufte dunkle Ziegeldach in den Nebel (Herbst? Jedenfalls nichts von Sommer oder Wärme) hinauf, verschwindet gar darin - so hoch geht das hinauf! Wie schön ist das! Sehr gut ist das anzuschaun, verlässlich, alt, von dunkler Schönheit (hatte ich je wieder so ein Heimatgefühl wie damals, als ich nach einigen Monaten 'draußen' zu einem Sesshin zurückkehrte und mich erstmals wieder in der Haupthalle niedersetzte?).
Ein kleines indisch-zigeunerisch anmutendes Mädchen** hält mir mit leuchtenden Augen einen dunklen glatten Ziegelstein*** entgegen, den es sich wohl aus einer Mauer des Klostergebäudes 'geholt' hat, weil es ihn so sehr schön fand! Das kann ich verstehen! Ich bin jetzt ein wenig unsicher wegen meines Reisesacks, der noch unter dem Baum liegen muss ...
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Ich quere den Platz, gehe durch die Klosterpforte und schaue mich um. Nachdem ich im RL die letzten Jahre schon ein paar Mal darum herumgeschlichen bin (oder via Google Earth, erst gestern wieder), wundere ich mich im Traum, dass ich mir jetzt diese Frechheit und Freiheit nehme, hier sozusagen einzudringen. Ich gehe die Stufen an der unbesetzten Rezeption hinauf und schaue mich in der Eingangshalle um. Alles seltsam leer. Kein Ikebana-Gesteck auf dem Tresen, keine Möbel, keine abgestreiften Schuhe, kein Gong. Die hell gestrichene Tür zur Haupthalle ist geschlossen. Ich drücke leise die Klinke und schaue hinein. Die üblichen Trennwände, Matten, schwarzen Kissen - jetzt erkenne ich erst in diesem grobkörnigen verschleierten Licht: an den Wänden sitzen Kursteilnehmer. Ist gerade Pause? Oder ist das eher ein Traumkurs, wo es mal dazugehört, locker mit dem Rücken einfach an die Wand gelehnt dazusitzen und vor sich hin zu sinnieren (statt in korrekter aufrechter Haltung auf den schwarzen Kissen wie im strengeren Zen). Als ich bemerke, dass der Raum belegt ist, schließe ich die Tür schnell wieder. Die Leute da drin, denke ich mir, sind aber so bei sich, dass sie das sicher nicht gestört haben wird, ebensowenig die (weibliche, wie ich im Traum weiß) Meisterin.
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Ebendort, im Kloster, ist jetzt Hochbetrieb, eine Art Mischung aus Wallfahrt und wechselnden Kursen, allerdings mehr christlich-kirchlicher Natur, d.h. ein bisserl undiszipliniert, durcheinander und mit nicht sehr freundlichen ältlichen Schwestern in grauem und braunem Wollstoff. Wo die Rezeption war, ist nun die 'Kapelle', etwas größer als damals. Hier findet eine Veranstaltung statt. Meine (geschiedene) Frau und meine jüngere Tochter nehmen an diesem Kurs teil. Was mich ebenso überrascht wie freut. Jetzt kann meine Tochter einmal Erfahrungen mit diesem Teil meines Lebens machen, sich davon nehmen, was zu ihr passt! Das ist sehr gut. Ich werde an dieser Sitzung auch teilnehmen und hole mir Decken und Sitzkissen aus dem Wandschrank. Ich mache mir einen Platz direkt neben meiner Tochter zurecht. Es ist gut, ihr hier nahe zu sein. Das genügt schon völlig, es muss gar nichts geredet werden. Aber meine Güte, hier gehen eine Menge Leute ein und aus!
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Bevor ich das Gebäude verlasse, gibt es an der Ausgangstür eine intensive Begegnung mit meiner geschiedenen Frau. Wir stehen voreinander, ich bin gerührt von der hier durch das geteilte spirituelle Tun entstandenen Nähe (oder zumindest der Möglichkeit einer solchen Nähe). Sie ist in diesem Moment sehr schön, beinahe küssen wir uns.
Ich trete hinaus auf den Platz. Nacht. Ich quere den Platz, um nach meiner Reisetasche zu suchen. Dort haben jetzt aber Ausländer ein Art von Flohmarktständen aufgebaut, mit Baufolie abgedeckt. Kann ich dort überhaupt noch hin? Werde ich meine Tasche wiederbekommen? Von einer Straßenecke her kommen jetzt funkelnde Sterne oder Lichter im Schwarm durch die Nacht geweht****, auf mich zu. Das ist ein sehr beeindruckender und ganz wunderbarer Anblick! Sie wehen hinter mir her. Auf dem Weg zu dem Baum, wo ich geschlafen hatte und wo meine Tasche noch sein musste, treffe ich das kleine indische Mädchen wieder, jetzt in Begleitung ihrer Mutter, der ich wohl nicht ganz geheuer bin. Sie hat sichtlich Sorge um ihre Tochter. Jetzt erreichen mich die schwebenden Sterne, gehen in mich hinein, durch mich hindurch. Ich gewinne dadurch heilende Kräfte. Das Mädchen ist gestürzt und hat sich wehgetan. Ich strecke einen Hand, einen Finger aus und berühre ihr Herz, was sie (und mich) gesund macht. Sie lächelt mich an.
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*) Ich habe gestern noch Gebirgs-Videos geschaut, wo sich Felsformationen nach oben im Nebel verloren.
**) Das kleine indische Mädchen vom Bahnsteig in 'Matrix II'
***) Meine kleine Tochter hat mir die Tage einen Stein vom Watzmann mitgebracht und begeistert von dort erzählt.
****) Ähnlich den schwebenden Objekten in diesem
Film des Musée Magritte (v.a. 1:40 ff.), den ich gestern sah.