Es ist ja immer wieder eine Herausforderung, wenn man erklären soll, was man da eigentlich treibe. Oder wenn man erklären soll, was man da eigentlich läse. Für die Psychologie gilt vielleicht Ähnliches. Ein Vorgehensmodell für eine Antwort wäre es, Begriffe aufzulisten, die auch in der Alltagssprache (d.h. auch in der täglich verwendeten Sprache des Fragenden) vorkommen und zu erklären, die Philosophie (beknacktes Wort) bemühe sich um die Aufklärung der Bedeutung(en), die wir (also auch der Fragende) mit eben diesen Begriffen verbinden. Was meinen wir eigentlich mit [Begriff_1] und wie stellen wir uns eigentlich den Zusammenhang zwischen [Begriff_1], [Begriff_2] und [Begriff_3] im Einzelnen vor? Und welche Vorannahmen und weitere Begriffe nehmen wir bei diesen Erläuterungen in Anspruch? Und wie begründen wir, dass wir diese Vorannahmen für gültig halten? Der Fragende verwendet all diese Begriffe (oder ihre Synonyme, mindestens ihre Gedankenfiguren) längst schon, nimmt längst schon Erläuterungen und Begründungen vor! Beim sog. Philosophieren (beknacktes Wort) machen wir also nur, was wir sowieso schon machen, nur konzentrierter, intensiver.
Neben dieser Frage nach dem Was stellt sich noch die Frage nach dem Warum: Welche sind denn die Motive, solche Untersuchungen überhaupt anzustellen? Ansatzpunkte: Strukturenlust, die Wonnen der Metaperspektive & Reflexion, Selbstwahrnehmung, Wachsein, Bewusstheit, Intensität - aber kann man jemandem erklären, dass das einfach die pure Lust ist: Wahrnehmung, Intensität?
... in philosophischen Texten, z.B. Husserls Rede von der "dem Bewusstseinsfluss* immanent zugehörigen Zeit (also nicht der Zeit der dinglichen Welt, sondern der Zeit, die mit dem Bewusstseinsfluss selbst erscheint, in der er fließt)." [LU V, S.358]
*) einige Zeilen später auch "Erlebnisstrom"
Sehr passend zu diesem blätterherbstlichen, still dahinfließenden Sonntagmorgen.
Heute nacht gegen 2:00, aus einem szenisch reichhaltigen Alptraum erwachend, hatte es, Books blickt aus dem dunklen Fenster, draußen tatsächlich geschneit! Dachte er zumindest. Der Morgen zeigte dann, dass es wohl nur die gelben Pflaumenblätter gewesen waren. Im Kontrast vor dem regenfeuchten Astwerk sah's aus wie dick beschneit. Kalt genug wär's ja!
Da lobt man sich* heißen lauwarmen Kaffee, ein flackerndes Zigarillo und ein wärmend' Buch für's Gemüte!
*) nachdem man die verschlafen habende Tochter zum Job gefahren hat