Des Genitiv-Objekts
Die jüngere Tochter (Klasse 5) beschäftigt sich seit mehreren Wochen mit Satzgliedern. Ein ehrenwerter und schöner Gegenstand geistiger Tätigkeit! Aktuell ist sie bzw. ihre Klasse beim Genitiv-Objekt angelangt (bzw. sie nun schon, der Klasse wünsche ich es von Herzen). Noch vor 2 Wochen war sie sich [Vorsicht Genitiv-Objekt:] seiner Existenz sozusagen noch nicht bewusst gewesen. Die gestrige Übungsstunde auf der Terrasse (ich mühte mich derweil, danebensitzend, mit halbem Ohr um die neue Software) förderte folgende schöne(n?) Beispiele zu Tage:
Diese Verben haben ein Genitiv-Objekt. Formuliere Beispielsätze ...
Der Hund enthält sich des Knochens.
Die Katze ist sich der Maus hinter der Mauer bewusst.
Hihi!
Diese Verben haben ein Genitiv-Objekt. Formuliere Beispielsätze ...
Der Hund enthält sich des Knochens.
Die Katze ist sich der Maus hinter der Mauer bewusst.
Hihi!
7 Kommentare - Kommentar verfassen - 0 Trackbacks
twoblogs - 19. Jun, 10:07
Vorausschicken muss ich, lieber Bux: mich hat Sprache - und damit Grammatik - schon immer sehr interessiert. Der Genitiv ist ja ein interessanter Kasus; er kann sowohl obligatorisch, fakultativ als auch als freie Angabe auftreten, bei Verben, Adjektiven, aber am haeufigsten als freie Angabe bei Substantiven.
Einige Beispiele, ungeordnet: 1. Wir bedienen uns verbaler Mittel. 2. Dieser Satz bedarf zur besseren Verstaendlichkeit eines weiteren Adjektivs. 3. Der Professor verwies die Studentin des Seminarraums. 4. Ich erinnere mich meines heutigen Traumes nicht mehr. 5. Eines Abends stand ihr Exfreund in der Tür. 6. Eines Morgens dachte sie zwanghaft an Heimkehr. 7. Ploetzlich war sie ihrer Gefuehle zu ihm ueberdruessig. 8. Er erinnerte sich seiner frueheren Leidenschaft schon lange nicht mehr.
Nicht zu vergessen sind die Praepositionen, die den Genitiv erfordern, wie zum Beispiel: anstatt, ausserhalb, inmitten, hinsichtlich etc. Dazu kommen noch die Genitivattribute (...unter Mitarbeit des Vaters...). Ja, und schlussendlich die Freuden der Genitivmetapher.
Liebe Gruesse am Vormittag von Audri
Einige Beispiele, ungeordnet: 1. Wir bedienen uns verbaler Mittel. 2. Dieser Satz bedarf zur besseren Verstaendlichkeit eines weiteren Adjektivs. 3. Der Professor verwies die Studentin des Seminarraums. 4. Ich erinnere mich meines heutigen Traumes nicht mehr. 5. Eines Abends stand ihr Exfreund in der Tür. 6. Eines Morgens dachte sie zwanghaft an Heimkehr. 7. Ploetzlich war sie ihrer Gefuehle zu ihm ueberdruessig. 8. Er erinnerte sich seiner frueheren Leidenschaft schon lange nicht mehr.
Nicht zu vergessen sind die Praepositionen, die den Genitiv erfordern, wie zum Beispiel: anstatt, ausserhalb, inmitten, hinsichtlich etc. Dazu kommen noch die Genitivattribute (...unter Mitarbeit des Vaters...). Ja, und schlussendlich die Freuden der Genitivmetapher.
Liebe Gruesse am Vormittag von Audri
books and more - 19. Jun, 10:38
Grüße zurück!
"Sich ihres Reichtums nicht nur im colorierenden, sondern - wie offenkundig - auch im sprachlichen Felde bewusst werdend, gedachte er ihrer, dieser bunten Zierde des Leman, von Stund an noch lieber." [about Bux about Blox]
PS: Der verlinkte Artikel ist klasse! :-))
PS: Der verlinkte Artikel ist klasse! :-))
walhalladada - 19. Jun, 10:25
Anhand & dank dieses Beitrags sei der Vollständigkeit halber erwähnt, dass infolge des Verschwindens des Genitivs mittels des Dativs das Genitiv-Objekt ein bislang völlig verschattetes Dasein fristet. Ich freue mich jedenfalls, dass seitens Ihres Blogs und ungeachtet der andauernden Diskriminierung des Genitivs etwas hinsichtlich dessen Rettung unternommen wird. Ich kann nur meiner Hoffnung Ausdruck verleihen, dass Ihre Bemühungen binnen einer kurzen Zeitspanne fruchten mögen!
books and more - 19. Jun, 10:47
Werter Herr Dr., seien Sie des Dankes eines Mannes gewiss, den Sie mit Ihrem hochgeschätzten Kommentar der Einsamkeit im Kampfe um den Genitiv (dessen sich die Sprachentwicklung doch erbarmen möge) so ritterlich enthoben!
Werter Herr Dr., seien Sie des Dankes eines Mannes gewiss, den Siemit behülfs Ihres hochgeschätzten Kommentares der Einsamkeit im Kampfe um den Genitiv (dessen sich die Sprachentwicklung doch erbarmen möge) so ritterlich enthoben!
Aber machen wir noch (Wem oder was?) einem Dativ (Wen oder was?) den Garaus und sagen stattdessen so:
Werter Herr Dr., seien Sie des Dankes eines Mannes gewiss, den Sie
Und noch eine präpositionale Wendung kann regenitivisiert werden. Wer entdeckt sie?
steppenhund - 19. Jun, 11:06
Ich bin mir auch bewusst, dass es fast keinen Genitiv mehr gibt. Der Artikel über die Genitalmetapher (Entschuldigung, Genitivmetapher) hat mich sehr amüsiert. Ich finde es gut, wenn wenigsten in der Schule den Kindern noch beizubringen versucht wird, dass es einen 2. Fall gibt.
In der täglichen Umgangssprache und in den Zeitungen findet man ihn ja kaum mehr:(
In der täglichen Umgangssprache und in den Zeitungen findet man ihn ja kaum mehr:(
books and more - 19. Jun, 11:12
Beim Lesen von Ihrem Kommentar, lieber Herr Steppenhund, habe ich mich gefreut. Die Richtung von Ihren Gedanken ist mir sympathisch, denn wie Sie bestimmt gemerkt haben: Ich bin kein Freund von der Ersetzung von dem Genitiv durch Präsuspensorien!
[Fehlersuchbild für die Mittagspause bzw. Halbzeit heute abend!]
[Fehlersuchbild für die Mittagspause bzw. Halbzeit heute abend!]
steppenhund - 19. Jun, 17:10
Ich hab dafür auch nie Eis-Hockey gespielt - oder sonst irgendwelche suspensorische Sportarten:)


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