Schlemmereien des Bewusstseins
Es mochte am Ende nicht so erholsam gewesen sein als wenn er einfach durchgeschlafen hätte - dennoch war es Albert, als hätte er in der Nacht, mit Wecker und Kissen hantierend, eine bedeutsame Entdeckung gemacht. Vom Wunsch getrieben, sehr früh, um nicht zu sagen 'zur Unzeit' aufzustehen, hatte er dann doch mehrfach den Weckzeiger nach hinten verstellt, um 'noch 10 Minuten' weiterzuschlummern. Mit welchem Genuss man sich da wieder ins Kissen bettete! Indem er dieses Verfahren mehrfach anwendete, traten ihm einige bemerkenswerte Züge daran immer klarer hervor, bis er sie schließlich so deutlich und bei aller Schläfrigkeit doch mit so wachestem Bewusstsein auskostete wie ein versierter Weinkenner, hat er sich denn erst eingetrunken, den feinsten Nuancen einer Jahrgangsprobe nachspüren mochte. Da war zum einen dieses perfekte Gefühl, die Zeit 'im Griff' zu haben. Für 10 Minuten alles andere ausgesperrt aus dem Zauberdreick von Kopf, Ellbogen, Wecker in perfekter Stille (doch war das eigentlich gut, oder als Fähigkeit eher verdächtig?). Dazu das Gefühl, halb schon im Zustand der Tätigkeit zu sein, von Arbeitslust und Tatkraft beseelt; waren doch die 10 Minuten nur ein kleiner Aufschub, danach aber sollte es wahrlich losgehen. Dazu der köstlichste Körpergenuss, so mit geschlossenen Lidern (allein die Lider über den Augen zwei kleine Wonnebäusche) kunstreich in die Decke gewickelt einfach zu liegen, zu ruhen! Und schließlich der Genuss des Bewusstseins selbst, dies 'Ich liege hier und bin mir meiner bewusst; mein Geist ist wach und nimmt dies alles wahr!' Exquisit, dachte er sich schließlich dazu. Exquisit und ganz köstlich! Ja, köstlich, das war in der Tat das Wort, das ihm hierfür einkam.
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Puddingschnittchen (Gast) - 9. Feb, 08:21
So ähnlich mache ich das jeden Morgen. Ich besitze dafür drei Wecker. :)
books and more - 9. Feb, 08:22
Sie wissen eben das Leben zu genießen! :-))
yonosequepasara - 9. Feb, 09:16
Ich kann Ihnen gar nicht sagen, wie sehr ich mich danach wieder sehne! Wie gut kenn ich dieses selige Gefühl!
Zur Zeit läuft es eher so:
Irgendwann morgens aufschrecken, Blick auf den Wecker (große Zahlen mit Beleuchtung auf Knopfdruck, sonst wird es nichts ohne Brille), meistens dann den Wecker mit unter die Decke nehmend, schon wartend auf das Läuten, um ja rasch ihn wieder abschalten zu können, um die Kleine und geliebte Frau nicht zu stören. "Snooze" kommt nur zum Einsatz, wenn ich wirklich einfach zu kaputt bin...
Zur Zeit läuft es eher so:
Irgendwann morgens aufschrecken, Blick auf den Wecker (große Zahlen mit Beleuchtung auf Knopfdruck, sonst wird es nichts ohne Brille), meistens dann den Wecker mit unter die Decke nehmend, schon wartend auf das Läuten, um ja rasch ihn wieder abschalten zu können, um die Kleine und geliebte Frau nicht zu stören. "Snooze" kommt nur zum Einsatz, wenn ich wirklich einfach zu kaputt bin...
Anousch O. - 9. Feb, 15:20
Wundervolles Textchen!
Ich finde Schlummern ja fast noch schöner als Lieben.
Ich finde Schlummern ja fast noch schöner als Lieben.


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