Biographica

3
Jul
2008

3. Juli

Oh! Ich habe Geburtstag! Darauf werde ich jetzt mit Direktor Alberti anstoßen... sehe eben noch Licht im Direktoriumswagen!

[Der Schein wird mir jetzt wieder Multiples diagnostizieren. Soll er. Prost! Jetzt wird getrunken, bis wir doppelt so viele sind!]

18
Jun
2008

Biography Cards II

Chronologisch ausrichten! Berchtesgaden, Dienst als Gebirgsjäger, den Gang ganz hinten rechts. In eisiger Jugendfrühe zum Frühstück anstehen, dieweil über dem Watzmann der Morgen graut. Edelweiß am Käppi, grüne Kniebundhosen und Spliff im Radio. Abends laufen und klettern - überhaupt eine sportliche Veranstaltung mit Originalfotos vom Streckenrand. Oder den kargen Sold für Bücher ausgeben, z.B. Liliencrons sämtliche und allerlei Östliches. Oder Fleurop an Fräulein T. Ein Kamerad hatte einen 'Heimcomputer' dabei, Commodore mit Daten auf Datasette. Ts! Das war mir damals noch fremd. Dafür Suzuki und Allan Watts im tuchenen Rucksack. Das war gut! Und vom furchtbarsten Leseerlebnis aller Zeiten soll hier nicht die Rede sein.

spielkarten_2_berchtesgaden

17
Jun
2008

Biography Cards I

Aus einem alten und nunmehr verlassenen, wenn auch noch nicht aufgelösten Haushalt im Schatten von Schloss Scheer im Oberschwäbischen ist auf Wegen, über die allein viel zu bloggen wäre, neben anderen Dingen einer vergangenen Zeit, deren Bedeutsamkeiten freilich vielfach fortleben, ein altes Kartenspiel in meine Hände gekommen. Geliehen nur; für eine Serie, die in der Stadt am Main beginnt, in der mir manches begann oder fortlebte oder dann nach Jahren einen neuen Anfang nahm ...

[Manchmal muss man einfach ein wenig tiefer in die Stilkiste greifen dürfen!]

spielkarten_1_wuerzburg

28
Mai
2008

Flashback...

... in ein Wohnzimmer, in dem ich als Kind mit der Großmutter immer an zwei oder drei Nachmittagen die Woche zu Besuch ging. Das Beste (neben dem schönen Muster auf dem dunkelroten Teppich) war, dass es dort, bei Tante E. (die keine echte Tante ist, aber immer so hieß), ein Fernsehgerät gab!

Eben dortselbst mit der Frau Mutter spontan zu Besuch, ein später Nachmittagskaffee mit älteren Damen. Man plaudert über Fußpflege, Tortenrezepte und den kuriosen Umstand, dass man seit einigen Jahren Einladungen des hiesigen Seniorenclubs bekäme. Das sei doch was für alte Leute (wobei man selbst über 80 ist). Für so etwas hat Tante E. auch gar keine Zeit, mit ihrem Selbstversorgergarten. Sie gibt Bemerkenswertes über rationelles Arbeiten in der Küche und überhaupt im Leben zum Besten (ich bin beeindruckt). Man nippt am Kaffee und verspeist die hübsch verzierte Aprikosen-Marzipantorte. Im ursprünglichen Herkunfts- und Kindheitsdialekt (Flüchtlingsschicksale) wird der Geschmack gelobt und dies und das dazugeflochten ... eine eigentümliche Behaglichkeit weht mich an, die mich nicht ohne Rührung an früher erinnert. Sollte die Kindheit am Ende doch gar nicht so übel gewesen sein?

Im Treppenhaus schnuppere ich unauffällig nach dem so sehr charakteristischen, unlösbar synästhetisch mit dem Grau des kalt-glänzenden Steinbodens vermischten Duft von früher. Nach der Renovierung leider bis auf einen leisen Hauch verflogen. In der Küche allerdings hat sich ein Rest Vergangenheit erhalten für die Nase. Und beim Blick aus dem Küchenfenster: Die Ligusterhecke um die Terrasse des Untermieters noch in derselben Form und Höhe wie damals, in der Frühzeit der IT.

Sie hat mir oft Bücher geschenkt, als Kind. Danke.

11
Mai
2008

Childhood Sensations

Verwandtschaftspfingstbesuch. Kamera eingesteckt, um ein paar Kindheitsschätze festzuhalten ... z.B. den engen Durchschlupf hinter dem Schwimmbad der Frau Tante. Wie es dort roch, und wie köstlich es sich dort anfühlte zwischen Mauer und hoher Thujahecke: allein, versteckt und so herrlich ungesehen! In der Enge des Verborgenen ein so rauschhaftes Gefühl von Weite immer!

weingarten_schwimmbad

Im Haus zu fotografieren verbot mit dann die Pietät. Ein andermal. Die Teppiche auf dunklem Holz. Die Messingkugeln des Treppengeländers. Melonen und Pfirsiche en gros. Zum Kaffee ein paar Nachkriegsanekdötchen vom Schwarzmarkt. Wie man damals begonnen hätte; mit dem Tausch von Paprikapulver, das dann mit Mehl gestreckt wurde... [Abt. 'Erfolgs-Rezepte']

10
Mai
2008

Das muss mal gesagt werden:

Muttertag finde ich so was von SCHEISSE!
Beinahe schon immer!

12
Mrz
2008

Early Passions

(1) Abstract structures
(2) Objects you can touch
(3) Climbing
(4) Being alone (?)*

wd_klettergeruest

* Interessante Frage. Es gibt jedenfalls keine Fotos mit anderen Kindern.

Early Collage Addicted

wd_papierabfaelle

Books in jungen Jahren.

8
Mrz
2008

Books in front of books

(Konfirmationsbild)

wd_konfirmationsbild

22
Jan
2008

Tante E. (Fortsetzung)

Tante E. verdanke ich übrigens auch meinen allerersten Kontakt zur IT. Irgendwann in den 70er Jahren. Sie hatte den unteren Stock ihres Hauses vermietet. An einen 'Computer-Programmierer', der bei IBM Stuttgart arbeitete. Das war ein alleinlebender Kauz mit ab und zu anwesender 'Freundin', d.h. in leicht skandalösen Lebensverhältnissen. Fuhr ein Mercedes-Coupé und überhaupt war das alles für meine Umgebung wie von einem anderen Stern. 'Er hat versucht, mir zu erklären, was er da macht, aber ich versteh das ja nicht. Hardware, Software - das versteht unsereiner ja nicht', sagte meine Tante einmal. 'Also was ist denn da der Unterschied?!'

In diesen Jahren sah ich im Fernsehen dann auch mal Fassbinders 'Welt am Draht' und stellte mir den 'Programmierer' von Tante E. fortan immer in den 'modernen' Interieurs aus diesem Film vor ...

Das hatte alles etwas Surreales.
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