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Bleisatz

28
Sep
2009

Traumsplitter, Bleifassung

Ein wahrlich bitteres Erwachen, und die Tatsache und die Art, wie sie, sich am sonst leeren Tische zum Essen niedersetzend im Traum, den Teller, den er sich bereits hingestellt hatte, zur Seite räumte, in den kleinen Kasten hinter ihr forträumte, zeigte ihm die Absurdität seiner (immer noch bestehenden) Erwartung von Freundlichkeiten und vor allem einer Konsistenz in denselben. Erwachend wurde ihm dieser Grundton von Jahren erst richtig deutlich, nochmals. Kopfschütteln und ungläubiges Staunen, aber immerhin lebte er noch. Nicht so selbst­ver­ständlich. Das Thema 'Beziehung' freilich, generell derzeit und für die nächste Zukunft - I'm so not interested! Gestern auf eine Werbemail geklickt und ein paar lustlose Minuten durch die Fotos eines Dating­portals. Mein Gott, das ging ihm sowas von am Arsch vorbei! Dass und auf welche Weise da ein Teil von ihm etwas von einer anderen Person, außerhalb seiner selbst, erwartet hatte (und wohl immer noch erwartete), das wurde ihm im Fokus dieses Traumbilds klar, den jetzt leider untergegangenen Traumresten drumherum nachhängend. Die Aufmerksamkeit im Außen, und im Falschen noch dazu, aber holla. Verflogen über Engeland, war'n doch die Wiesen so grün! So not my country nur leider! Wie heißt es im Tsurezuregusa: "Wer seinen Schwerpunkt außerhalb seiner selbst hat, verliert das Gleichgewicht." Fuck you! Und wenn es ihn nach Liebe verlangte, dann würde er - Taten für sich selbst, Sorge für sich selbst - losgehen und sich neue Schuhe kaufen und eine schöne Krawatte.

1
Aug
2009

Traumsplitter

Sehr erschöpft vom Vormittag* geschlafen bis kurz vor 19:00.

[..]

Sehr wirr alles. Hell-dunkle Szenerien mit Anklängen an Hieronymus Bosch (in Schwarzweiß) und einer Menge Aufruhr. Aus dem Halbschatten des Waldes, in dem ich mit meiner kleinen Tochter unterwegs bin, geht es hinaus auf Wiesen und verstreute Häuser. Etwa an der Grenze des Waldes ein ca. 5 m hoher Zaun. Von dem Gebäude (eine Schule oder sonst eine größere Einrichtung) auf dem Berg her, auf dem Weg durch die Wiese herunter kommt eine Frau, Typ 'Christliche Hauswirtschaftsleitung' d.h. eher zylinderförmig und mit undefinierbarem Halbkurzhaar, burschikos ausschreitend und irgendwelche Akten unterm Arm und schon von fern unsympathisch in ihrer Mischung aus Selbstsicherheit, Entschlossenheit und falscher Freundlichkeit. Bah! Meine Tochter schlüpft behende durch eine Öffnung im Zaun und hüpft über die Wiese. Ich betrachte die Öffnung genau, es ist ein wohl eigens eingerichteter Durchschlupf**, für den ich aber eindeutig zu groß bin. Ich gehe am Zaun weiter nach rechts, der dort nochmals dichter ist, zweilagig aus quadratischem sehr dicken Drahtgeflecht, davor noch ein dünneres Drahtnetz und versuche hochzuklettern, das gelingt zuerst und dann doch nicht. Das Kind geht mit der Frau davon.

[..]

*) "...oder ich ziehe ganz weg und dann kannst Du schauen, wie du die Kinder siehst."
**) dessen kunstreiche Form mich interessanterweise deutlich an die 'Lebendfallen' erinnert, die ich heute in diesem Kommentar verlinkt habe! Und wo ich darüber nachdenke, fällt mir ein, dass 'Maus' hier früher ein gern verwendetes Kosewort war. Schon ein cooler Bastler, der Traumapparat!

7
Jun
2009

6
Jun
2009

Depressive insights

When a man is so exhausted after two or three days of a certain experience, it is, looking back, not surprising in which state he finally found himself after having this for years after years - from a general point of view.

3
Jun
2009

Manchmal ...

... möchte man einfach 'Fuck you!' sagen. Wahlweise laut/wütend oder kalt/unberührt. Oder beides zusammen, vielleicht kann der geneigte Leser/die geneigte Leserin sich so etwas vorstellen.

Es gibt einfach Entscheidungen, die werden im Nachhinein immer nur noch besser und besser!

29
Mai
2009

Da wiehert der Gaul

Buchstäblich 'am Wege' ('Ich nenn's am Wege' - eine Wendung, die mein Latein-Professor hin und wieder in seine Vorlesungen, aber auch in Dialoge einzuflechten pflegte!), 'am Wege' also von allerlei anderen Anstrengungen, vielleicht berichten wir noch davon, 'am Wege' also, um genau zu sein rechts der Autobahn bei 'Pferdesport Krämer' vorbeigeschaut, mit einer relativ neugekauften und schon defekten Reitjacke des Fräulein Tochter. Was schade ist, weil todschick. Hübsche Tochter übrigens, was schön ist! Die jungen Reiterinnen Beraterinnen dort die Freundlichkeit & Gesundheit in Person. Umtauschen geht leider allerdings nicht, da ausgelaufenes Modell, aber Gutschein. Beim Eintippen der Daten stellt die freundliche Beraterin fest, dass nur meine Tochter als Kundin registriert ist, dass ihr so aber, da noch nicht ganz volljährig, der jährliche Geburtstags-Einkaufsgutschein entginge! Ob wir das nicht auf mich oder meine Frau umschreiben wollten, dann kämen wir in den Genuss eben dieses Geburtstagsgutscheines und könnten den ja an die Tochter weiterreichen. Klingt vernünftig. Bitteschön!

Reitsportberaterin: "Und wen nehmen wir? Sie oder Ihre Frau?"
Ich so: "Nehmen Sie meine Frau, da wohnt meine Tochter ja auch!"
Reitsportberaterin: "Da bräuchten wir dann das Geburtsdatum Ihrer Frau ..."
Ich so: "Ja öh, hoppla ... keine Ahnung! [schnell nachschiebend:] Es ist ja auch meine Ex-Frau! [kleinlaut:] vielleicht deshalb ..."
Reitsportberaterin mit roten Ohren, sich das Mienenspiel verbeißend, tippt also meinen Namen ...

15
Jan
2009

Albert vor Gericht

Beim Kaffeekochen die Frage, was - blogtechnisch - mit der heute auszufertigenden Scheidungsurkunde geschehen solle. Ein Textbeitrag? Launiges? Lapidares? Nachdenkliches? Er entschied sich für ein kleines Camera Cleaning. Und so würden diese Jahre (16 immerhin) also abgeheftet, unter 'S'.

12
Dez
2008

Kaffee getrunken, Flan im Wasserbad

Drück mir die Daumen, o Geist des Blogs, und drück sie noch mehr meinen Kindern, insbesondere dem Geburtstagskind, denn das wird jetzt eventuell ein bühnenreifes Katastrophenabendbrot mit Knall, der sich gewaschen hat, Kategorie 'Die Zuschauer wankten innerlich erschöpft, ja verstört in die kalte Nachtluft'. Nein, ich finde das nicht lustig. Scheisse finde ich das. Wenn Sie mich fragen, ich bräuchte denn Knall auch nicht.

[Abt. 'Familienfeste' 'Feste im gewesenen Familienkreis']

Im nächsten Jahr wird hier einiges neu formatiert, und zwar gründlich.

Gedankenschwere Nachbemerkung: Mit sich selbst mag man ins Reine kommen über dies und das; schwierig wird es hingegen und das Herz einem schwer, wenn man Teil ist eines Systems, unter dem Andere (und eben nicht irgendwelche Andere) leiden. Gehört wohl zum Elternleben, manchmal. Müsste nicht sein. Ist jetzt aber so.

11
Dez
2008

Ein Tag ...

... mit bleischweren Gesichtszügen & Gliedern, aber nicht vom Schneeschippen.

['Bleisatz' ist ziemlich gut, finde ich! Mit dem Wort 'Bleigießen' könnte man in diesem Kontext auch herumspielen, inclusive Erinnerungen an kalte Berliner Winter. Jetzt aber hat die Kälte ein Ende.]

Coach: Herr Books, Sie jammern rum!
Books: Ist eben so.

10
Dez
2008

Ein Abend so duftig weiß ...

... und so bleischwer wie die schwarzen Felsen von Helsingør. 'Dass der Kirschkern das erleben muss', schrieb einer. Daran muss er dann denken, im Café. Neutraler Ort und so. War zumindest einen Versuch wert. Dass wir jetzt hier so über ihren Geburtstag reden müssen, mein Gott!, denkt sich Books, und braucht gefühlte 5 Minuten, bis er überhaupt weitersprechen kann. Dabei ist es draußen so schön weihnachtlich. Mit Blick auf einen beleuchteten Tannenbaum kommt ihm der Gedanke 'OK, das werden jetzt die schlimmsten Weihnachten, schlimmer kann es nicht mehr werden', aber er merkt, dass das ein Gedanke vom letzten Jahr ist (oder vom vorletzten? oder von welchem eigentlich?). Er trifft jedenfalls nicht zu, das ist nur erinnert, das ist nur Wortlaut. Das ist gar nicht sein Gedanke, merkt er. Sein Leben hat sich gewendet, und das ist gut so. Das Ende ist dann aber nicht so gut... Günstig, dass sie in seinem Wagen unterwegs sind und nicht in ihrem, denkt er sich: als sie schon unten im Ort an der Ampel plötzlich aussteigt. Andernfalls hätte sie ihn wohl unten im Ort an der Ampel plötzlich aus dem Wagen geworfen. Es zumindest versucht. Weil sie könne so nicht weiterfahren. Zurück bleibt ein wenig Verständnis und die Erinnerung an einige, äh, interessante Formulierungen. And ... 'the rest is silence.'
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Kommentare bei Books

In dieses Geschäft...
In dieses Geschäft brauchen wir jedenfalls nicht...
books and more - 23. Dez, 23:25
Wielange haben eigentlich...
Wielange haben eigentlich morgen die Geschäfte...
rinpotsche - 23. Dez, 20:02
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Diese Melodie bekomme ich heute nicht mehr los! Auf...
yonosequepasara - 23. Dez, 19:42
Es ist sozusagen platonischer,...
Es ist sozusagen platonischer, als Sie (verständlicherweise)...
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Könnte interessant werden in der konkreten Anwendung...
nanou - 23. Dez, 18:43
Derselbe! Dideldideldideldideldi!...
Derselbe! Dideldideldideldideldi! Dodeldodeldoldedodeldo!...
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Kommentare von Books

Liebes Tagebuch! Das...
Liebes Tagebuch! Das ist eine schöne Serie, die...
acqua - 23. Dez, 23:29
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Eins nach dem anderen! Morgen wird erst mal gegessen...
rinpotsche - 23. Dez, 23:27
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Auch für Sie, liebe Nanou! Ich meinerseits hatte...
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Genialer Grund! Trotzdem gute Besserung für die...
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