Traumsplitter, Bleifassung
Ein wahrlich bitteres Erwachen, und die Tatsache und die Art, wie sie, sich am sonst leeren Tische zum Essen niedersetzend im Traum, den Teller, den er sich bereits hingestellt hatte, zur Seite räumte, in den kleinen Kasten hinter ihr forträumte, zeigte ihm die Absurdität seiner (immer noch bestehenden) Erwartung von Freundlichkeiten und vor allem einer Konsistenz in denselben. Erwachend wurde ihm dieser Grundton von Jahren erst richtig deutlich, nochmals. Kopfschütteln und ungläubiges Staunen, aber immerhin lebte er noch. Nicht so selbstverständlich. Das Thema 'Beziehung' freilich, generell derzeit und für die nächste Zukunft - I'm so not interested! Gestern auf eine Werbemail geklickt und ein paar lustlose Minuten durch die Fotos eines Datingportals. Mein Gott, das ging ihm sowas von am Arsch vorbei! Dass und auf welche Weise da ein Teil von ihm etwas von einer anderen Person, außerhalb seiner selbst, erwartet hatte (und wohl immer noch erwartete), das wurde ihm im Fokus dieses Traumbilds klar, den jetzt leider untergegangenen Traumresten drumherum nachhängend. Die Aufmerksamkeit im Außen, und im Falschen noch dazu, aber holla. Verflogen über Engeland, war'n doch die Wiesen so grün! So not my country nur leider! Wie heißt es im Tsurezuregusa: "Wer seinen Schwerpunkt außerhalb seiner selbst hat, verliert das Gleichgewicht." Fuck you! Und wenn es ihn nach Liebe verlangte, dann würde er - Taten für sich selbst, Sorge für sich selbst - losgehen und sich neue Schuhe kaufen und eine schöne Krawatte.
- 0 Trackbacks

