Das Haus von der katholischen Tante von dem Fräulein, weiland Gasthof 'Goldener Adler'. Darüber das Schloss mit Storch. Die verlassenen Stuben, Keller, Garagen ein Augenrausch von alten Dingen, Lebensspuren, Geisterwelten. Schubladen voller Rosenkränze, handbeschriftete Tütchen mit Wallfahrtsplaketten, Küchenherd mit Holz, Plastikgeranien.
Salva pietate Kaffee aus einem sehr alten Rosenthal-Blumenservice mit Goldrand. Wunderbar rauchige Farben, ein melancholischer Schnörkel-Herbst. Ein Karton Flaschen mit Weihwasser aus verschiedenen heiligen Orten, von Hand akkurat beschriftet. Im Wohnzimmer eine große Klarglasflasche mit Kork & Etikett: 'Regenwasser, zum Bügeln'. Im Flur Tick-Tack und die Gerüche eines alten Hauses. Religionsgespräch mit Schwan in der sommerlichen Schleife der Donau, und später läuft auf dem Balkon der türkischen Familie gegenüber das EM-Spiel, eine Art dörfliches Public Viewing. Durch die Gardinen kann man die wesentlichen Szenen mitverfolgen und Schreie resp. Stöhnen hört man eh bis ins Schlafzimmer. Später heizt dann die fahnengeschmückte Dorfjugend durch die engen Straßen - heilige Christophorusse um die Innenspiegel baumelnd. Noch später von der Straße her ein Quietschen, gefolgt von einem dumpfen Schlag nebst Geschepper, dazu im Sopran eine erschreckt maunzende Katze.
