Wie ich bei einem schönen langen Waldlauf durchs mühlengeschmückte Tal so vor mich hin denke, dass ich hier allein im herbstlich verschneiten Wald, im 'Ländlichen' mich doch sehr wohl fühle, und dass mir etwas an dieser Umgebung und an dieser Situation sehr entspricht ... und während mir jugendliche Träumereien von einem eher einsam gelegenen Haus am Waldrand mit Bibliothek und Kamin in den Sinn kommen, samt einem sozusagen moderat herrschaftlichen und gewissermaßen 'englischen' Lebensgefühl und einer Begeisterung für das Jägerische, in seinen atmosphärisch-romantischen, in Tweed gekleideten Aspekten, nicht im Sinne von Lust am blutigen Schuss - da sehe ich mich, schon vorher waren mir die zahlreichen grünen Geländewagen aufgefallen, mitten in einer veritablen Treibjagd! Belustigende Koinzidenz! Jagdpersonal fährt herum, Streckenposten mit grellroten Schutzwesten werden abgesetzt.
Ich passiere, nach einer steilen Bergstrecke etwas langsamer trabend, ein Grüppchen von Jägern. Ein rotgesichtiger, etwas erregter Jungjäger (J), der schon wieder in den Jeep steigt, instruiert einen älteren Jäger (Ä), der hier offensichtlich als Posten verbleiben wird (wir befinden uns im schwäbischen Sprachraum):
J: "I brauch Dir jo net sage, was Du zom macha hoscht!"
Ä: *grunzt*
J: "Ha, früher hosch Du mir des gsagt, ond jetzt sag I Dir des!"
Ä: 'Ha ...'
J: "No semmer klar. Weil I mecht net, dass do - "
Ä: *schauft und zieht seinen Gewehrriemen zurecht*
J: "Weil, Du kenntsch jo mei Vatter sei. Drom brauch I Dir net saga, was Sach ischt ond was Du zom macha hoscht! Also!"
Ich liebe solche Doppelbotschaften, grmpf. Wahrscheinlich hätte ich ihn erschossen, den Schnösel. Peng und das erboste Herz hat Ruh' ...
Weitertrabend bin ich froh um meinen knallig orangefarbenen Fleece. Am Ende bekommt man hier versehentlich noch eine Kugel ins schlanke Geläuf ...
Einsortiert unter
Waldeslustbooks and more - 17. Nov, 14:23